IOC-Präsident Dr. Thomas Bach aus Tauberbischofsheim erhält Reinhold-Maier-Medaille

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Die Landtagsfraktion der Freien Demokraten Baden-Württemberg ehrte den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Dr. Thomas Bach, mit der Verleihung der Reinhold-Maier-Medaille.

Michael TheurerDer FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer MdEP begrüßte ihn als eine Persönlichkeit, die sich in die Geschichte des deutschen Sports als Athlet und führender Olympia-Repräsentant  eingeschrieben hätte. Mit der Ehrung des langjährigen FDP-Mitglieds Bach ginge auch ein Signal davon aus, wie wichtig politisches Engagement gerade in den jetzigen unruhigen Zeiten sei.

In seiner Laudatio würdigte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL, den IOC-Präsidenten als Baden-Württemberger, einen bekennenden Liberalen und als erfolgreichen deutschen Sportler. Er beschrieb den Lebenslauf des promovierten Juristen, der seine sportliche Karriere als Fechter von Weltrang in Tauberbischofsheim startete als den eines Menschen, der immer Freude an Freiheit und Wettbewerb gezeigt und damit Erfolge errungen hätte. Seine Bereitschaft zur Verantwortung werde deutlich, indem er als Funktionär im internationalen Sport neue Maßstäbe setze. Gleichzeitig bekenne er sich immer zu seiner baden-württembergischen Heimat.

FDP-Fraktionsvorsitzender RülkeMit seiner Reformagenda im IOC hätte er die Bewerbungen für die Olympischen Spiele transparenter und erreichbarer gemacht. Rülke bekundete seine Überzeugung, dass Olympische Spiele in Deutschland auch nach der ablehnenden Entscheidung in Hamburg ein Ziel bleiben müssten: „Wir alle wollen noch Olympische Spiele in Deutschland erleben“, so der Fraktionsvorsitzende weiter. Er betonte, dass die heutige Auszeichnung auch als Ehrung für die vielen Menschen gedacht sei, die sich ehrenamtlich im Breitensport in Baden-Württemberg engagieren würden.

In seiner Dankesrede sprach Thomas Bach über die Beziehung zwischen Sport und Liberalismus. Bach, der seit fast 40 Jahren bekennendes Mitglied der Freien Demokraten ist, erinnerte an seinen beruflichen und politischen Beginn und an das Motto, unter dem er seine Wahl zum IOC-Präsidenten 2013 gestellt hatte: „Einheit in Vielfalt“. Er rief dazu auf, Vielfalt in Sport und Gesellschaft als Bereicherung zu begreifen. Die Olympischen Spiele stünden weltweit für einen friedlichen, völkerverständigenden Wettbewerb und er bezeichnete dies als Ermutigung für alle. Einheitliche Regeln und ein fairer Wettbewerb seien die Grundlage für Spitzenleistungen. Dies gelte auch für die Sportorganisationen selbst.

Preisträger Thomas BachDas IOC verfolge die drei Hauptthemen Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und Förderung der Jugend als ständige Aufgaben mit großem Nachdruck. Sie verstünden sich als politisch neutral, aber nicht apolitisch. Themen wie Menschenrechte und Freiheit von Diskriminierungen aller Art würden von allen Staaten eingefordert: „Wir wollen der Welt und den Austragungsländern die Inspiration für eine freie Gesellschaft, Toleranz, Solidarität und Respekt geben. Diese freiheitliche Botschaft ist unsere Aufgabe. Sport bringt Menschen zusammen und zeigt uns, dass eine bessere Welt möglich ist“, so Bach. Mut und Zuversicht bezeichnete er als Werte, die für den Sport und die Liberalen gleichermaßen wichtig seien.

Der Vorsitzende der Reinhold-Maier-Stiftung, Prof. Dr. Ulrich Goll MdL, griff dies in seinem Schlusswort auf und betonte die Freude darüber, dass der Olympiasieger und Medaillenträger Bach als Vertreter der Weltoffenheit und Heimatverbundenheit zugleich im wahrsten Sinne des Wortes ein engagierter „Ver-Fechter liberaler Ideale“ sei. Es gebe jedoch noch weitere Werte, die ihn als ehemaliger Leistungssportler einerseits und als Freier Demokrat andererseits repräsentieren: Leistungsbereitschaft, Fairness und Toleranz.  „Diese Trias beschreibt das freiheitliche Wertesystem wie auch die soziale Dimension des Sports sehr zutreffend. Leistungsbereitschaft für den eigenen Erfolg, Fairness zum Wohle anderer und Toleranz als Grundlage für ein friedliches Miteinander“, so Goll. Prof. GollGerade auch die Arbeit der liberalen Stiftungen habe er über viele Jahre mitgestaltet und als Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung sowie als deren Schatzmeister im Vorstand Verantwortung übernommen. Als Mitglied der 14. Bundesversammlung wirkte Dr. Bach auf Vorschlag der Liberalen auch an der Wahl des Bundespräsidenten mit.

Prof. Goll hob hervor, dass sich Thomas Bach als Ehrenbürger seiner Heimatstadt Tauberbischofsheim trotz seiner vielen internationalen Termine immer noch stark für das dortige Fechtzentrum engagiere. „Es sind eben jene drei Aspekte, die Thomas Bach kennzeichnen, die er seit vielen Jahren auch international verkörpert: Teamgeist, Engagement für die eigene Heimat und Engagement für die Völkerverständigung. Diese Ideale haben ihn geprägt, sie sind aber auch prägend für unser südwestdeutsches Verständnis von Liberalismus“, betonte Goll.

Hier können Sie sich einen Mitschnitt der Festveranstaltung auf Video ansehen.

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Autor:Georg Mannsperger