40 Jahre im Auftrag der Freiheit: Die Reinhold-Maier-Stiftung feiert ihr Jubiläum in Fellbach

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Die Reinhold-Maier-Stiftung  hat am vergangenen Samstag mit einem Festakt und über 200 Gästen in der Schwabenlandhalle in Fellbach ihre Gründung vor 40 Jahren gefeiert.Über 200 Gäste waren zum Festakt gekommen

Sie hat es sich – festgeschrieben so auch in ihrem Statut – zur Aufgabe gemacht, „allen Interessierten, insbesondere heranwachsenden Generationen, Wissen im Sinne liberaler Grundhaltung zu vermitteln, Persönlichkeitswerte lebendig zu erhalten und demokratische Grundlagen in der Politik zu festigen“. Der Vorsitzende der Reinhold-Maier-Stiftung, und Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann, betonte in seiner Begrüßung dabei vor allem Maiers Idee der Graswurzeldemokratie sowie Bürgernähe und Bodenständigkeit als wichtige Pfeiler liberaler Politik.

Vor dem Hintergrund des um sich greifenden Links- und Rechtspopulismus in Deutschland und in anderen europäischen Staaten riefen alle Redner und Diskutanten dazu auf, freiheitliche Werte und damit den Verfassungsstaat liberaler Prägung zu verteidigen.: „Der Liberalismus glaubt an den freien Menschen und nicht an einen Staat, der die Freiheits- und Bürgerrechte einschränkt, so Haußmann.

 

Julia Goll, Stadträtin und stellvertretende Bürgermeisterin von Waiblingen, wo die Veranstaltung im Bürgerzentrum ursprünglich hätte stattfinden sollen bevor sie wegen eines Brandes nach Fellbach verlegt wurde, sprach das Grußwort für die Staufer-Stadt und würdigte Reinhold Maier als „Vater der Graswurzeldemokratie“. Der Arbeit der Reinhold-Maier-Stiftung komme in den heutigen Zeiten besondere Bedeutung zu. Vor Ort sei eine Politikmüdigkeit zu spüren und selbst Gemeinderäte werden als „Ihr da oben“ und von den Bürgern entfernt empfunden. Es sei wichtig, dass die Bürger sich informieren und auch kritisch hinterfragen.

 

Prof. Dr. Jürgen Morlok bei der Festrede

Auch Prof. Dr. Jürgen Morlok, Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sowie Gründungsvorsitzender der Reinhold-Maier-Stiftung, hob in seiner Festrede die Bedeutung der Vermittlung liberaler Grundwerte im Kampf gegen den Populismus und Extremismus hervor: „Politische Bildung ist heute nötiger denn je. Politische Bildung muss also einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass aus dem Bürger ein echter Staatsbürger wird, eine homo politicus, der seine Fähigkeiten einsetzt, um demokratische Verhältnisse in Staat und Gesellschaft zu erhalten, zu verändern oder auch herzustellen.“ Kernaufgabe der bürgerlichen Parteien müsse es sein „Wähler wieder zurück zu gewinnen und frustrierte Nichtwähler wieder zu aktivieren“. Dazu brauche es eine „von allen Bürgerinnen und Bürgern aktiv getragene pluralistische Demokratie“, so Morlok. Er betonte zudem die politische Aktualität Reinhold Maiers: „Es ging ihm und geht uns heute darum, einen Staat zu bauen, der die Bürger nicht daran hindert, Dinge, die sie selbst erledigen können, auch selbst zu erledigen.“

 

In einem von der langjährigen landespolitischen Korrespondentin der Südwestpresse, Bettina Wieselmann, moderierten Podiumsgespräch sprachen Jochen Haußmann , der ehemalige Justizminister und frühere langjährige Vorsitzende des Verwaltungsrates, Prof. Dr. Ulrich Goll , Prof. Dr. Jürgen Morlok sowie die Generalsekretärin der Freien Demokraten Baden-Württemberg Judith Skudelny,  über die „Aufgaben politischer Bildung heute“ und die Frage, welche Werte Maiers dabei besonders wichtig sind. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass politische Bildung unerlässlich sei um den Verfassungsstaat gegen Angriffe von radikalen Linken, Rechten und Islamisten zu verteidigen. Ulrich Goll betonte: „Man darf auch auf die Politik zeigen. Sie gibt genug Anlass, um von ihr enttäuscht zu sein. Aber auf der anderen Seite beobachte ich die Tendenz, dass es sich die Menschen zu einfach machen. Mitwirkung zu fordern und zu fördern ist der Auftrag der Stiftung. […] Wir brauchen schon ein bisschen politische Thermik in einer reichlich irrationalen Zeit“. Auch Jürgen Morlok pflichtete dem bei: „Wir müssen die Menschen aufrütteln, sich für die Demokratie einzusetzen“. Wichtig sei dabei auch das Auftreten der Politiker gegenüber den Bürgern: „Glaubwürdigkeit ist das Lebenselixier liberaler Politik“, so Morlok.

 

Prof. Dr. Ulrich Goll wurde am Ende des Festakts für sein über 25jähriges Engagement als Vorsitzender der Reinhold-Maier-Stiftung und für seine Verdienste um den Liberalismus geehrt, indem er zum Ehrenmitglied des Verwaltungsrates ernannt wurde – einer einmaligen Auszeichnung in der Geschichte der Stiftung.

 

Die Festrede von Prof. Dr. Jürgen Morlok kann hier abgerufen werden:

Festrede Prof. Dr. Jürgen Morlok- 40 Jahre Reinhold-Maier-Stiftung

 

Mehr Eindrücke von der Veranstaltung sehen Sie in unserer Fotogalerie:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Autor:Melanie Kögler

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