Antisemitismus – Ein Feind der offenen Gesellschaft

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Bericht von Jörg Diehl, Programmmanager Kurpfalz der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Reinhold-Maier-Stiftung

 

„Nie wieder Auschwitz!“: Antisemitismus – ein Feind der offenen Gesellschaft, so lautete der Titel einer Veranstaltung, die wir in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, den Christlichen Liberalen Baden-Württemberg, der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) Heidelberg und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg durchgeführt haben.

 

Die Diskussionsveranstaltung „Nie wieder Auschwitz“ stieß auf großes Interesse

Das Interesse am Thema war sehr groß: sechzig Teilnehmerinnen  und Teilnehmer füllten den Hörsaal der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Die Tagesveranstaltung war überbucht – etliche Anmeldungen konnten nicht angenommen werden, da die Raumkapazität in der Hochschule begrenzt war. Die große Nachfrage und der hohe Zuspruch zum Thema der Veranstaltung zeigte,  wie aufmerksam  dieses wahrgenommen und welche große gesellschaftliche und  politische Bedeutung ihm zu Recht zugesprochen wird. In zwei Foren: „Antisemitismus – Erscheinungsform eines Phänomens“ und „Wider den Antisemitismus – was muss geschehen?“  setzten sich Referenten und Teilnehmer mit dem Thema auseinander.

 

 

 

 

Die Referenten des Tages – Dr. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus, Prof. Barbara Traub, Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg,  Roland A. Kohn, Vorsitzender der Kommission Freiheit und Ethik der Freien Demokraten,  Prof. Johannes Heil,  Rektor der Hochschule für Jüdische Studien, Dr. Hans-Ulrich Rülke, Fraktionsvorsitzender der FDP/DVP-Fraktion Baden-Württemberg, und die Journalistin Ingrid Thoms-Hoffmann, die die Veranstaltung moderierte, betonten in ihren Beiträgen und der Diskussion, dass   Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen  deutlich mache, dass die liberale Demokratie gefährdet sei  wie lange nicht mehr – ob in Form von antisemitischen Straftaten gegen  Juden und ihre Einrichtungen, religiöser Intoleranz, der Leugnung des Holocaust und des damit einhergehenden Versuches, eine Umkehr in der Erinnerungskultur salonfähig zu machen oder auch in Form der Kritik an der Politik Israels unter Verwendung antisemitischer Bezüge als anti-zionistische Israelkritik im Zusammenhang  des Nahostkonfliktes.

 

Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL

 

Auffällig dürfte hierbei sein, dass der Antisemitismus  kein Randphänomen sozial und politisch randständiger Gruppierungen ist, sondern sehr wohl in der Breite der Gesellschaft wahrzunehmen ist. Er ist damit mithin auch eine Erscheinungsform antiliberaler und rechtspopulistischer  Kräfte in Deutschland und darüber hinaus, die demokratisch-republikanischen Werte der Toleranz, des Pluralismus und der Verantwortung als zentralen Überzeugungen und Pfeilern  der bürgerschaftlichen Zivilgesellschaft in Frage zu stellen.

„Aufgewacht, Demokraten!“ Die liberale Demokratie ist aufgerufen, jeder Form von Antisemitismus entschieden und streitbar  entgegen zu treten. Die Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr die aktuelle Bedeutung eines oft zitierten Satzes von Theodor Heuss: „Demokratie ist keine Glücksversicherung, sondern das Ergebnis politischer Bildung und demokratischer Gesinnung“.

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Autor:Melanie Kögler

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